Das Erstaunen darüber mit Aurora nach Madeira gesegelt zu sein, hält an: Sowohl den Passagen-Rum, als auch den Sekt, den unser Freund Manuel uns bereits auf der Pier einflößt und dann die Getränke in der Hafenbar. Danach müssen wir erstmal schlafen.
Allerdings nicht lange. Die Insel ruft. Und das Haus in Canico de Baixo. Dort muss die Waschmaschine Extraschichten einlegen. Und wir uns seit langem in echte Betten.
Ansonsten sind wir noch zwei Tage allein bevor Mutter, Anneke und Horst kommen. Denkt zumindest Jesper…. Denn aus der Dunkelheit tauchen völlig unerwartet seine Uraltfreundinnen Charlie und Meret auf. Was für ein Hallo und was für eine Überraschung.
Die nächsten Tage wird die Gruppe immer größer und lauter.
Von dieser erfüllten Zeit nur ein paar Highlights:
Sonnenuntergangs Poncha im Inn & Art.
Mutter bringt noch 2 neue Passatsegel mit, vielen Dank nochmal an Faber & Münker für die Schnelle Produktion. Hierfür konstruieren wir 2 neuen Fallen, das sind die Seile, die die Segel hochhalten, bis man sie loswirft. Dann Fallen die Segel.
Wanderung zu den 25 Fontes mit 800 Meter langem dunklen, tropfenden Tunnel und Bad unterm Wasserfall, zusammen mit unglaublich vielen anderen Touries.
Unterschiedlich erfolgreiche Feierausflüge nach Funchal. Unterschiedlich erfolgreiche An- und Abreisen alter und neuer Crewmitglieder.
Sonntäglicher Besuch des Bauernmarktes in den Bergen mit Bergen von platten Hühnern.
Sonnenaufgang in den Bergen mit anschließender Hochgebirgswanderung.
Selbstgestaltete Weinprobe, jede und jeder stellt einen Wein vor. Sehr amüsant und bestimmt komplett korrekt.
Tauchtag, 4 Schnuppertaucher, 3 freie Taucher und ein Freitaucher (Tom hat einen Apnoe- Kurs absolviert).
Fahrt ins Fanal (bei der Hochebene Paul da Serra, natürlich in den Bergen) mit langem Latsch und wildem Crossgolf in der bizarren Parklandschaft.
Tolle Restaurantbesuche, einmal auch mit unseren Freunden Monika und Manuel, samt ihrer Kinder Rodrigo und Doriana.
Die Krönung allerdings war eine Küstenfahrt mit der Aurora. Vorbei an all den Plätzen, die wir so gut kennen und lieben.
Dann jedoch kommt der Tag Abschied zu nehmen. Schon sehr traurig. Geliebt wird nicht nur die Insel, sondern noch viel mehr die Menschen, mit denen wir zusammen sein durften.
In der Messe baumelt eine halbe Bananenstaude aus Manuels Garten.






























































































Mutter, Anneke und Horst werfen am 6. Oktober unsere Leinen los, wir setzen direkt vor dem Aussichtspunkt von Quinta do Lorde die Segel, fallen ab und rauschen zu den Islas Desertas. Die wollten wir schon immer von näher sehen. Sie sind wild, zerklüftet und komplett vegetationsfrei. Eben Desertas.
Dann kommt die Zeit für unsere neuen Segel. Die weißen Flügel entfalten sich und wir schweben vor Wind gen Kanaren.
Über diese Fahrt schreibt Jan/Bombe, zugestiegen auf Madeira, in unserem Gästebuch:
„Offene See.le
Aurora ist Herz und Seele dieser Reise. Sie trägt die ihr anvertrauten mit Kraft und Ruhe.
Ich hatte das Schiff, auf dem ich mitsegeln würde, vorher weder betreten noch gesehen.
Doch vom ersten Moment an ist da viel mehr gewesen als ein hübsch zurechtgemachtes, historisches Segelboot. Ich erlebe Aurora als ein lebendiges Geschöpf, welches all die Hingabe, die ihr zu Teil geworden ist, in sich aufgenommen hat. In der Mond beschienen Nacht auf dem offenen Atlantik stehe ich am Steuer, spüre Aurora in meinen Händen und unter meinen Füßen wie einen Organismus. Jesper hält Wache mit mir, muss dann aber mal für ein paar Minuten unter Deck verschwinden. Und dann bin ich da. Ganz allein. In dieser weite. Auf Auroras Rücken. 360 Grad Wasser. Ich selbst unendlich klein und grenzenlos frei zugleich. In der Dünung der Atlantik- Wellen wogt und kränkte Rumpf. In mir vorher nicht bekannter Weise spüre ich Spannung in meinem ganzen Körper, bewege mich gemeinsam mit Aurora in alle Richtungen, wie verschmolzen mit einem Fabelwesen. So hätte ich mir als Kind den Ritt auf dem Glücksdrachen Fuchur vorstellen können. Ein Erlebnis, welches ich niemals vergessen werde.“
298,4 Seemeilen und 53 Stunden später passieren wir die Hafeneinfahrt von Santa Cruz de Teneriffa. Vom Molenkopf sammeln wir Carola und Niko ab.
















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