Ein Beitrag von Carola Jochens.
Am 8. Oktober erhalten wir Chiara’s Sms: „Land in Sicht! Wir kommen wahrscheinlich so gegen Mittag an 🙂 In Santa Cruz!“ Und tatsächlich! Die Aurora von Altona läuft pünktlich ein – und wir können direkt an Bord hüpfen!
Santa Cruz hat sich anscheinend extra für uns chic gemacht: „Plenilunio“ und die ganze Stadt ist auf den Beinen! Livemusik mit Heroes del Silencio! Wir gehen es allerdings ruhig an: Sundowner in der Rooftopbar „unseres“ Hotels und für kleines Geld lecker essen im „La Concepcion“.
Wenn auch als „Grande Dame der Inselgruppe“ im Lonely Planet angepriesen, überzeugt uns Teneriffa’s Hauptstadt leider nicht… Vielleicht fehlt der Charme einer historischen Hafenstadt?! Trotzdem fällt die Entscheidung noch einen Tag zu bleiben. Den 9. Oktober verbringen wir mit Einkaufen, Arbeiten an Deck – die 2 Tischler (Jan-Bombe und Niko) der Gastcrew wollen ja gezielt eingesetzt werden! :o)






Am 10. lichten wir den Anker (stimmt nicht ganz, da wir am Steg lagen… hört sich nur besser an…) und segeln entlang Teneriffa‘s Ostküste: mit Sonne und 5-6 Windstärken macht die Aurora gute Fahrt: ich muss mich allerdings an die Bewegung des Schiffes erst noch gewöhnen – Seebeine kommen dann hoffentlich mit der Zeit!
Die schroffe und ziemlich zugebaute Küste zieht an uns vorbei, die Zeit vergeht wie im Fluge… Niko sagt, dass ihn der weite Blick auf den tiefblauen Atlantik genug beschäftigt! Da wir noch vor Sonnenuntergang irgendwo festmachen wollen, entscheiden wir uns für den Hafen von San Miguel, der zu einer riesigen Ferienanlage gehört… Wer da wohl seinen Urlaub verbringen möchte?! Einen richtigen Liegeplatz kann uns der freundliche Hafenmeister nicht mehr anbieten, aber wir dürfen für die Nacht an der Tankstelle festmachen!





Pünktlich um 10 Uhr legen wir ab und tuckern die Küste mangels Windes mit Motor weiter runter – bis Tom einfällt, dass er sein Handy in der Dusche vergessen hat!! Null problemo, der Kapitän bleibt ruhig und dreht halt um…
Mittags passieren wir Los Cristianos und Las Americas: was wir sehen und im Lonely Planet lesen macht uns nicht besonders froh – und Tenerife sammelt auch mit Las Vegas Style keine weiteren Pluspunkte. Sicherlich auch, weil uns alle Hafenmeister nur „full“ über Kanal 9 ins Ohr brüllen…
Bis zur Spitze Punta del Teno gibt es jetzt nur noch einen kleinen Hafen (Puerto Deportivo Los Gigantes), der uns auch nicht haben will, obwohl eindeutig noch Platz wäre… Gilt die viel beschworen spanische Gastfreundschaft nicht für Teneriffa’s Hafenmeister?! Oder haben alle vielleicht schon Ole’s Glosse gelesen??
Jesper hat glücklicherweise auf der Karte zwei Buchten ausgemacht, die bei ruhiger See und wenig Wind ideal zum Ankern sein könnten! Und siehe da, Playa Barranco Seco nicht zur zum Ankern, sondern auch zum Schnorcheln super: Ida entdeckt sogar einen Rochen!! Ein schöner Tag geht mit selbstgebastelten Wraps zum wunderschönen Sonnenuntergang zu Ende…


















Als alle schon in ihren Kojen liegen, geht’s dann aber los: Wellen und Fallwinde bringen die
Aurora ganz schön in Wallung. Die Ankerkette macht unglaublich gruselige Geräusche, es knarzt und knackt – und in der vom Mond beschienen Dunkelheit kommen uns die Felswände der Los Gigantes bedrohlich nah! Niemand schläft in dieser Nacht ruhig, so hätten wir auch gut in Teams Nachtwache halten können…
Am Morgen des 12. Oktobers sieht die Welt bei Sonnenschein aber schon wieder ganz anders aus. Wir fahren ein kleines Stückchen weiter in eine kleine Bucht vor Punta de Teno: der westlichste Zipfel der Insel, wo auch ein paar Fischboote liegen, es kalte Getränke gibt und eine zerklüftete Felsenlandschaft – natürlich auch aus schwarzem Lavagestein – sowie im Hinterland wildwest anmutende Kakteenwälder. Leuchtturm nicht zu vergessen! Auch in Flipflops kommen wir überall hin! Abends gibt‘s Pasta mit roter Soße (Resteverwertung ;o) und obwohl wir noch ganz toll essen gehen werden, waren die gemeinsamen Kochevents an Bord (auch Dank Bombe‘s Leidenschaft dafür) immer etwas ganz besonderes!













Am 13. Oktober starten wir mit einem rasanten Auslaufmanöver von Chiara nach La Palma… Soll meine Lieblingsinsel werden… :o)


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