Ein Steinhaufen mitten im Atlantik. Zwischenstopp und Treffpunkt für sehr viele Langfahrtsegler auf dem Weg von den karibischen Gewässern nach Europa.
Man kümmert sich rührend, schon 20 Meilen vor der Insel müssen wir über Funk ausführlich Auskunft erteilen. Von den Schiffs und Crewdaten, über die Seriennummern der Rettungsmittel bis zur Blutgruppe der nicht vorhandenen Bordkatze wird alles erfasst.
Im Hafen fertigt uns dann die netteste Check- in Beamtin aller Zeiten zügig ab, informiert uns, dass es illegal wäre, unser Schiff ohne Genehmigung zu versenken oder zu verkaufen. Und wo wir die angesgten Kneipen finden.
Nach 9 Tagen auf See folgt dem Passagen- Rum ein erster Landgang. Im White Horse, der nächstbesten Gastro, bekommen wir anständiges Essen zu unanständigen Preisen. Im nächsten Lokal, dem Wahoo, müssen wir lernen, dass dies auch für jegliche Getränke nicht anders ist. Dafür ist dies der Treffpunkt der Salzbuckel, Seemannsgarn wird Kneulweise gesponnen und wir erleben erstmals die tolle Stimmung dieses Hafens, knüpfen Kontakte.




Alle Schiffe, egal ob am Anker oder im Hafen, warten auf (mal wieder) ein gutes Windfenster um Richtung Azoren, Richtung Europa aufzubrechen. Lebhafte Kommunikation, auf der Pier, im Supermarkt, bei den Duschen, im WLAN Bereich… überall. Das Wetter ist schön, die Menschen entspannt. Es macht viel Spaß.
Außerdem gibt es die fast komplette Infrastuktur für Segler. So finden wir über den sehr freundlichen Segelmacher zu einem Schlossereibetrieb, der für uns Beschläge zur Stabilisation der Nagelbänke (Bretter an Backbord und Steuerbord (links und rechts), zur Befestigung der Fallen, Dirken und einiger Schoten (lauter wichtige Leinen)) schweisst. Natürlich unanständig teuer. Und einen Hardware Shop für Bolzen, Muttern, Flaggen und Cockies.


































Der Flughafen hat eine gute Anbindung nach Europa, die brauchen wir unter anderem, damit Tom für eine Woche entschweben kann.
Er hat es durch die schriftliche Bewerbungsphase bei den Kaospiloten in Aarhus geschafft und muss jetzt persönlich erscheinen um in einigen „Projektarbeitstagen“ zu überzeugen. Dieses Studium/diese Ausbildung ist sehr begehrt und allein die Einladung nach Aarhus ist schon ein Erfolg. Mal sehen.












Außerdem kommt Anneke am 2. Mai um unsere Transatlantikcrew zu komplettierten.


Von unserer Basis George Town fahren Linienbusse, erstaunlich günstig, in alle Ecken der Insel. Meist nehmen wir die landschaftlich hübsche Route 1.
Bermuda besitzt keine Wasserquelle aber sehr viele Häuser mit sehr gepflegten üppigen Gärten. Fast schon tropisch wuchern die Pflanzen und obwohl es in unserer Zeit ziemlich viel regnet wundert man sich über diesen Überfluß. Bei einem unserer Kulturbesuche im Mini Yacht Club erklärt uns ein Ureinwohner wie das funktioniert: Jedes Haus, egal wie groß, sammelt über die Dachfläche Regenwasser. Ist die Systerne voll, darf man in die Kneipe gehen. Geliebte Regenzeit.


Hier einige unserer Ausflüge während der 2 Wochen Bermuda: Zweiter Tag, wir werden Zeugen der jahrhunderte alten Pfefferkorn-Zeremonie. Die Freimaurerlogen haben damals den Pachtvertrag für ihr Gebäude mit den brittishen Monarchen abgeschlossen, ein Pfefferkorn pro Jahr, unbefristet. Jetzt müssen einmal pro Jahr alle wichtigen der Insel in St. Georges erscheinen und mit Pomp und Gloria die Zahlung vornehmen.


In der Hauptstadt Hamilton erwerben wir teile der Landestracht, besichtigen fleißig Ausstellungen und Museen,gehen sogar ins Kino.

Das erste mal in einem Jahr. Von hier nehmen wir auch die Fähre nach Dockyard, einer weiteren Royal Navi Werft aus den Segelschiffzeiten um 1800. Jetzt befindet sich hier ein tolles Museum, ein Brauereipub und ein Kreuzfahrtterminal.



Die ersten zwei waren super. Einen Nachmittag verbringen wir im Botanischen Garten bei einer Landwirtschaftsausstellung, Pflanzen und Tiere werden stolz präsentiert, leider in ströhmendem Regen. Paul, im Wahoo kennengelernter Wissenschsftler am BIOS, dem Meeresforschungsinstitut der Insel, läd uns zur Besichtigung. Laut unserer Fachfrauen Chiara und Paula: Höchstes Niveau. Das Bier in der Wissenschaftlerbar, direkt am Anleger des Forschungsschiffes, war auch kalt und lecker.




Ein weiteres Highlight entwickelte sich direkt im Wahoo. Der Wirt Geza, seit Ewigkeiten hier lebender Deutscher, verriet aus Versehen, dass er Golf spielt. Daraufhin hört Ole nicht auf ihn zu einer Zockerrunde aufzufordern. Nach 1,5 Wochen gibt er seinen Widerstand auf und lädt Jesper und Ole endlich zu einer herrlichen Runde auf einem unglaublich schönen Platz ein. Wir haben uns nicht blamiert.










Am vorletzten Abend erliegen wir unserer wohltätigen Grundeinstellung und registrieren uns zu Charity- Walk „End to End“, einer Wanderung von einem Ende
Bermudas zum anderen, 50$ pro Person. 38 Kilometer. Startnummern werden von unserer Lieblingsmitarbeiterin des Wahoo ausgegeben, sie wundert sich gar nicht, dass wir uns als letzte, eine Woche zu spät, registriert haben. Nach einigen letzten Pressefotos geht es los, gehen wir los. Eine zumeist wirklich tolle Art diese schöne Insel zu erfahren. Die letzten Kilometer waren allerdings hart, die sportentwöhnten Füße und Beine sehr verwundert ob dieser Folter.









Egal, die nächsten Wochen auf dem Wasser können sie sich erholen.
Zum Abschluss eine Liste der Menschen, die wir trafen und von denen wir uns verabschieden mussten:
– Frederik aus Kanada, unser engster Freund, Oles Bruder einer anderen Mutter. Ungefähr jeden Tag haben wir zusammen verbracht.
– Simon aus Schweden, gleiche Crew wie Frederik, war unter anderem mit beim Golf
– Die Israelis, 4 wilde Männer, brachten unter anderem eine Flasche Raki mit zu
– Katha und Claus auf die Santana, einem anderen Gaffelschiff aus Hamburg, trafen wir schon in Mindelo, Cap Verden
– Julieta und Francisco aus Argentinien mit Vater und Bruder auf einem kleinen Stahlschiff unterwegs
– Ute und Antoine mit Niko und JuJu, Deutschfranzosen aus Berlin
– Caspar, Albert, Enzo, Simon und Leif aus Norwegen, unsere SpikeBall Mitspieler und Grillpartner auf Aurora
– Johann, Ole und co, aus Norwegen, Billardpartner im Mini Yacht Club
– Norwegische Mädelscrew auf Xanthippe, bekannt seit den Cap Verden, trieben 4 Tage ohne Motor 30 Meilen vorm Hafen
– Eleonor aus Schottland, Geburtstagskind auf der End to End Wanderung, Billardspielerin
– Naomi und Erik, Crew auf der Oyster Tyrelyske
– Xavier, Belgier und Kapitän auf dem Rennkat Bonzai
– Xavier, Franzose, nicht bei allen beliebt, hat Ole zum Skiwandern eingeladen
– Die polnische Lehrerschaft des Schulschiffes Frederyk Chopin
– Winny, klein, fröhlich und extrem Herzlich, Born and rased in Bermuda. Toms Freundin seit Peperkorn Zeiten
– Alice und Uli, nach Bayern verschlagene Nordlichter, Schiff Beagle aus Eckernförde, begleitet uns seit der DomRep
– 5 Schwedische Industrielle auf deren riesen Swan Frederik und Ole teuren Wein tranken
– Darrah, amerikanische Amerikanerin, Crew auf einer Swan 100
– Paul und Dom vom BIOS, gerne bei uns an Bord
– Bernie aus Amerika, grauenhafter Bart, will und muss ständig alle umarmen
– Star und Ken aus Neuseeland, Crew auf der Disney Superyacht
– Magnus, Kellner im Irish Pub und seine zugekiffte lange Haare, cappy umgekehrt Gang samt
– Tim der sich immer gefreut hat, das Tom Tom heisst und er Tim
– Horscht und Christine, deutsches Kamikaze Duo, Mast ab
– Mark, Hafenmeister mit einer für uns sehr vorteilhaften Buchführung
– Geza und seine gesamte Crew vom Wahoo – Bester Platz, beste Menschen














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