Eine Woche rund um Largs

Nach 20 Stündiger Autofahrt kommen Theresa, Erik und Chiara beim Schiff in Loch Gilphead an. Sie haben zehn Stunden Linksverkehr über nur teilweise wunderschöne Küstenstraßen hinter sich und freuen sich sehr über den angefeuerten und reichbestückten Grill, der an Bord auf sie wartet. Das Auto ist bis unter das Dach voll mit Sachen, die es leider nicht aus Hamburg aufs Schiff geschafft hatten. Die Liste mit „kannst du nochmal in die Werkstatt gehen und gucken, ob du … findest“ ist wie zu erwarten in den Tagen vor der Abfahrt immer weitergewachsen. 

Das Wiedersehen war nach 5 Wochen eine große Freude und nach einer sehr guten Nacht (endlich) an Bord, kann das Abenteuer starten.

Am ersten Tag vertrödeln wir die Zeit etwas und auf einmal ist es schon nach 15 Uhr als wir die letzte Schleuse des Crinnan-Kanals verlassen. Tom muss das Auto zum nächsten Hafen bringen und fährt also über Land. Wir wollen das Auto in Largs lassen und dann nach einer Woche, wenn Theresa und Erik zurück müssen wieder dort ankommen. Bis dahin haben wir aber sechs Tage, um die Gegend rund um Largs zu erkunden. Wie sich herausstellt ist sie wunderschön. Vor allem die Insel Arran, die wir gleich dreimal besuchen, beeindruckt uns sehr. Aber auch eine kleine Ankerbucht hinter Eilean Dubh, in die wir am Abend von Largs aus einlaufen verzaubert vor allem die drei Neuankömmlinge. Diese Ruhe und dieser Abendfrieden sind unglaublich.

Doch später sollte er noch gebrochen werden, als eine Partie Kniffel komplett außer Kontrolle gerät. Es wird eine Runde VONU (von oben nach unten) gespielt und als Chiara schon zu viel Glück bei Viererpasch, großer Straße und Co hatte, treffen Jesper, Theresa und Erik eine Aussage: „Wenn du jetzt noch einen Kniffel machst, springen wir ins Wasser.“ Das läßt Chiara nicht auf sich sitzen und würfelt den drei 3en schnell noch zwei weitere dazu. Das Geschrei ist groß als die drei sich mutig abends um 23 Uhr noch in die Fluten Nordschottlands stürzen. Herrlich.

Dann geht es endlich nach Arran. Als wir in Lamlash, auch ein Ort auf der Insel Arran, vor Anker liegen überkommt uns die Wanderlust und wir machen uns mit dem Dinghi auf den Weg zur Holy Island. Der Weg dorthin ist etwas länger als gedacht aber wir kommen trotzdem alle trocknen Fußes auf der heiligen Insel an. Tom ist zurück auf dem Schiff geblieben, worüber wir uns später noch sehr freuen sollten.

Auf der Wanderung besteigen wir zwei Gipfel, von denen aus man einen atemberaubenden Blick über Arran und den Kintyre hat. Als wir wieder unten ankommen führt ein kleiner Trampelpfad, vorbei an der Höhle, in der der Heilige einst gehaust hat, am Ufer entlang zurück zum Steg, wo das Schlauchboot liegt.

Aurora ist in weiter Ferne nur ein schwarzer Punkt zwischen all den weißen Punkten und die Wellen haben zugelegt und kommen direkt von vorne. Das wird nix…

Also rufen wir Tom an und bitten ihn uns mit Aurora abzuholen. Der bis dahin noch sporttreibende Tom zögert nicht, wirft die Leinen von der Mooring los, macht den Motor an und fährt los. Die Münder der älteren Menschen auf dem Nachbarschiff bleiben noch lange voller Verwunderung offenstehen. So ein junger Kerl auf so einem großen Boot ganz alleine?

Nun ist es nur noch eine zweiminütige Fahrt mit dem Dinghi und wir können nur halbnass an Bord klettern und uns auf den Weg in die nächste Bucht machen. Brodick ist unser nächstes Ziel. Wir setzen die Fock und lassen uns bei 1-4 heißumkämpften Partien Kniffel um die Ecke treiben.

In Brodick, wie auch in Lamlash, werden die örtlichen Pubs erkundet und das lokale Bier probiert. Schmeckt immer ganz hervorragend und lässt die Abende entspannt ausklingen.

Es ist mittlerweile Freitag, der 15. Juli, und morgen, am Samstag, steht der Crewwechsel an. Also begeben wir uns unter sehr guten Windbedingungen auf den Weg Richtung Largs.

Die Marina dort ist aber groß und teuer, weswegen wir lieber hinter Cumbrae Island vor Anker gehen. Hier liegen wir in einer geschützten Bucht direkt vor einer alten Castleruine mit Herrenhaus und aus dem Wasser betrachten uns sehr viele neugierige Seehunde. Sehr schöne Idylle!

Weniger schöne Idylle gibt es am nächsten Tag, als wir wieder in die Marina von Largs einlaufen und umgeben sind von zum Teil weniger schönen weißen Joghurtbechern. Aber was soll‘s. Theresa und Erik müssen wieder gen Heimat und am Abend kommt Paul, das neue Crewmitglied für die nächste Woche.

Nachdem wir mit weißen Taschentüchern dem Auto hinterhergewunken haben, machen wir uns landfein und gehen den 2,5 km langen Fußmarsch in die Stadt. Wir wollen Einkaufen, uns den Ort ansehen und einen Pub suchen, der abends Live Musik hat.

Tom, Der Drummer der Band (Ron Weasley), Ole und Jesper im Waterside Pub

Unser Fund, der Waterside Pub, stellt sich als Volltreffer heraus. Es gibt Rock’n Roll und Rockabilly und wir mischen zwischen mittelalten Frauen die Tanzfläche ordentlich auf. Nachdem der Pub zugemacht, die Karaokebar, die wir danach aufsuchten, auch alle Lichter angemacht hat kam endlich Paul nach einer durch Verspätungen und Zugausfällen erschwerten Reise an und wir können zusammen durch die Laue Sommernacht zum Schiff gehen.

Eine Antwort zu „Eine Woche rund um Largs“

  1. Avatar von Joachim Müntzel
    Joachim Müntzel

    👍👍👍

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