Die Scilly Islands sind wunderschön. Weiße Sandstrände, türkises Wasser, Palmen an Land. Karibik vor der Tür. Für Leute die nicht so weit fahren wollen. Oder für Engländer. Da passt die Temperatur auch besser.
Die Ankerbucht südlich der Hauptstadt St. Marys erfüllt alle diese Voraussetzungen und uns mit fröhlichem inneren Frieden.


Nach einem leckeren Passagen-Rum pumpen wir das Schlauchboot auf und tuckern an Land. Heute ist der große Tag: Endspiel der Frauen-EM. England gegen Deutschland. In England. Die Scillys sind England. Wir müssen in den Pub um das zu erleben. Herrlich, große Verbrüderung, bei uns am Tisch englische Forschungstaucher*Innen. Der Pub zum Bersten gefüllt, riesige Stimmung die nur kurz gedellt wird, als wir lautstark das deutsche Tor bejubeln. Zum Glück schießt England noch 2, gewinnt und alle sind happy. Das war ein Erlebnis.


So ähnlich wie die Fahrt am nächsten Morgen. Nach einer sehr unruhigen Nacht, der Atlantik atmet in die Bucht und lässt Aurora rollen und uns durch die Kojen, gehen wir bei Flut um 8.00 Uhr Anker auf und motoren durch die nächste Flaute Richtung Tresco-Sound.
Nun kommt etwas, das neu für uns ist. Alte Wattwurmsalzbuckel mögen uns gerne belächeln. Die Wasserfläche vor uns ist in der Seekarte als mehrere Meter hohes Land ausgewiesen. Zum Glück gibt es die Tide und wir haben bei Hochwasser genug Wasser. 4 Stunden später gehen Spaziergänger*Innen und Muschelsammler*Innen über feinsten Sand, von Hügel zu Hügel, da wo wir gerade noch gefahren sind. Dieser Wasseraustausch erzeugt natürlich eine heftige Strömung, weshalb wir froh sind eine solide Mooring (Festmacherboje) im Tresco Sound direkt an der Burg zu ergattern. 30 Pfund für eine Nacht. Dafür ist die Strömung so stark, dass unser Hydrogenerator Strom produziert.


Hier ist es richtig schön und nach Abwasch und Tüdelü fahren wir an Land und durchstreifen die Insel. Offenbar komplett von einem Ferienressort aufgekauft. Jedes klassische Cottage top saniert und mit einem maritimen Namen versehen. Egal. Ist gut gemacht und bietet sicher vielen Landurlauber*Innen schöne Ferien.

















Eigentlich wollen wir ein paar Tage diese paradiesischen Inseln beankern.
Doch nur morgen ist guter Passagenwind bevor eine lange flaue Phase einsetzt.

Also gehen wir zeitig in die Kojen und stechen nach einer ruhigen Nacht im Morgengrauen in See. 125 Meilen bis Frankreich. Roscoff ist der angesteuerte Hafen, er ist jederzeit bei jeder Tide anzulaufen. Heute meint es Rassmus gut mit uns. Konstante 4-5 Windstärken, leicht achterlicher als halb schiebt uns flott voran. Nur wenig alte Dünung, nicht stark genug, um irgendwelche Sorgenfalten zu vertiefen.









Heute hat der Wetterbericht mal recht. Das bedeutet allerdings auch das Ende des Windes 40 Seemeilen vor der französischen Küste. Das Großsegel fängt wild an zu schlagen und zu flappen, was doch erheblich an den Nerven zerrt. Um kurz nach 1 wird es von der Wache geborgen und wir motoren durch glatte See.


Frankreich erscheint, die Sonne auch. Es wird warm. Wir bekommen in dem großen, recht hässlichen Hafen einen prima Liegeplatz.
Und als wir kurz danach vorm erstbesten Laden in der Sonne frische Croissants und guten Café bekommen, wäre das Grinsen nur noch chirurgisch aus unseren Gesichtern zu entfernen gewesen.

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