Der Captain ist also von Bord und die Stichling Junior Doppelspitze übernimmt das Kommando. Außerdem haben wir aber ja im Moment noch zwei weitere Junior Stichlinge, plus Elli und Lena, auch beide mit Segelerfahrung, dabei und sind somit eine sehr kompetente Jugendcrew. Das macht es dem Captain leichter das Schiff zurück zu lassen: Das Abenteuer kann beginnen.






Nachdem wir Ole in La Romana auf die Pier gesetzt haben, machen wir uns für eine Nacht wieder auf den Weg zurück zur Isla Catalina. Heute ist kein Kreuzfahrtschiff da und mit unser Erfahrung vom Vortag fahren wir direkt ganz in die Bucht rein und ankern in der Nähe von einem Korallenriff vor dem nun leeren Strand. Das Wasser ist strahlend Türkies und man kann den Grund kristallklar sehen. Sofort springen alle ins kühle Nass. Einige schnorcheln zum Riff und springen von der daneben gelegenen Klippe, während die anderen es sich in der Sonne bequem machen. So verbringen wir den ganzen Tag, bevor wir Abends herrlich leckere Sommerrollen essen und uns mental auf Lenas Abschied am nächsten Tag vorbereiten.


Früh lichten wir den Anker und dampfen die fünf Meilen zurück wieder nach La Romana. Wieder das gleiche Spiel mit der Armada. Lena muss von der Crewliste gestrichen werden und wir brauchen ein neues Despacho, diesmal bis nach Boca Chica. Tom, Captain auf dem Protokoll, und Elli, die zweite im Behördenbesuchduo schlagen sich wacker und kommen nach einer für 1 Zettel zu langen Zeit, aber noch im Rahmen, wieder zurück aufs Schiff. Lena wird von einem Mitarbeiter der Armada mit dem Motorrad zum Bus gebracht. Immerhin das.
Sobald Lena ausser Sichtweite ist machen wir uns auf den Weg nach Boca Chica. Knapp 50 Meilen liegen vor uns und wir wollen ankommen bevor es dunkel wird. Das zwingt uns leider den Motor mitlaufen zu lassen, obwohl die Arbeitsbesegelung (Grpßsegel + Fock + Klüver) komplett hochgezogen ist. So machen wir aber unsere 5,5 Knoten und kommen gerade rechtzeitig, schon in der Dämmerung, in Boca Chica an.
Der reservierte Platz wartet auf uns, genau wie viele Interessierte Motorbootbesitzer, die auf dem Steg rumsitzen und warten. Später wissen wir, dass sie ihre Motorboote für Partytouren verchartern und an allen Tagen ohne Tour immer wieder von vorne putzen. Interessante Tagesgestaltung. Ein Captain hat Glück und eine Geburtstagstour ergattert. Mit sehr lauter Musik liegen sie in der Bucht und beschallen ganz Boca Chica. Und zwar die ganze Nacht. Beim Aufstehen um 08:30 Uhr am Morgen waren sie immer noch auf dem Wasser, immer noch die selbe Musik, immer noch die selben Menschen. Respekt vor dem Durchhaltevermögen…
Boca Chica wurde uns als sehr lebendiges, quirliges kleines Städtchen angepriesen also gehen wir nach dem Frühstück an Land. Tatsächlich ist da ordentlich was los. Vor allem der Strand ist voll mit Restaurants, Bars und StrandverkäuferInnen. Für nur fünf Euro kann Tom eine durchaus sehr originale Cohiba-Zigarre erwerben. Wir sind doch sehr gute Touris. Eine Runde durch die Stadt hinter dem Strand bietet uns dann noch einen etwas lokaleren Einblick in die Stimmung von Boca Chica und die kleinen Bars am Straßenrand, die gleichzeitig Minimärkte sind sprechen uns mehr an als die großen Tourifallen am Strand. Mal sehen wir das morgen ist, wenn wir nach Santo Domingo fahren.

















Nach einer einstündigen Busfahrt, in der wir sehr viel von der Stadt gesehen haben stehen wir in der Innenstadt von Santo Domingo. Überall steht, dass die Zona Colonial die Hauptattraktion ist, also hin da. Wir sehen viele sehr alte Häuser, sogar das Haus von Christopher Columbus’ Sohn. Hier ist er nämlich angelandet. Columbus. Hier wurde dann auch die älteste Kathedrale der neuen Welt errichtet. Diese schauen wir uns natürlich an. Es ist schon immer wieder beeindruckend was und wie die Menschen damals gebaut haben. Ganz ohne Maschinen und Fahrzeuge…
Dann haben wir das kulturelle Pensum für den Tag erfüllt und machen uns auf den Weg Jespers Geburtstagsgutschein einzulösen. Bowling. Die Bowlingbahn ist, wie so oft, in einer Art Einkaufspassage außerhalb der Innenstadt. Google Maps sagt eine Stunde, also machen wir uns zu Fuß auf den Weg. Wir haben Lust auch noch andere Viertel der Stadt zu sehen. Wir gehen durch eine gefühlt andere Stadt, durch China Town, das NäherInnen-Viertel und auch durch ein Viertel wo ein Waffenladen neben dem anderen ist. Ein wenig mulmig wird uns schon ab uns zu zumute und die noch zugehenden Kilometer nehmen nicht so schnell ab wie wir dachten. Also beschließen wir irgendwann doch ein Taxi zu nehmen. Wir stehen wohl sehr offensichtlich suchend an der Kreuzung, denn direkt hielt ein Kleinwagen in der Mitte der 4 Spuren und winkt. Es ist Francisco, der meinte er kann uns fahren. Dass wir 6 Personen sind und somit 2 zu viele für sein kleines Auto stört ihn garnicht. Tom wurde im Beifahrerfußraum platziert. Ein wildes Bild. Die Verkehrsregeln scheinen Francisco generell nicht sonderlich zu interessierten. Insgesamt haben wir 3 andere Autos touchiert und vielen die Vorfahrt genommen. Wir sind froh als wir nach 10 Minuten Fahrt alle lebendig und mit allen Körperteilen am Körper bei der Bowlingbahn ankommen. Francisco gibt uns sicherheitshalber noch seine Nimmer, falls wir nochmal irgendwo hin müssen. Wir denken nicht…
Bowling ist wie immer ein großer Spaß und die Bahn ist genau so, wie in jeder anderen Stadt.
Danach wollen wir wieder zurück in die Zona Colonial und beschließen diesmal den öffentlichen Bus zu nehmen. Wir wollen bis auf die richtige Höhe fahren und dann laufen. Grob fahrlässig, wie uns dann von Mailies’ Sitznachbarin erzählt wird. Nicole, kommt aus Santo Domingo, und erklärt uns für verrückt. Wir seien Gringos und auf keinen Fall sicher. Sie sagt wir müssen mit ihr aussteigen, dann im Supermarkt warten und dann organisiert sie uns ein Taxi. Also gut. Später hören wir von allen Leuten, dass TouristInnen sich nur in der Zona Colonial aufhalten sollen und auf keinen Fall durch die umliegenden Viertel gehen dürfen. Generell alles eigentlich nur mit Fremdenführer. Wir sind froh, dass wir das nicht vorher wussten, sonst hätten wir nicht so viel von der Stadt gesehen wie wir es nun getan haben.





























Wir verbringen noch einige weitere Nächte in der Marina Zapar in Boca Chica bevor wir am Donnerstag morgen ins Büro gehen uns sagen, dass wir bitte am gleichen Tag, kurz bevor es dunkel wird auslaufen wollen. Der Wind ist generell sehr unpraktisch um wieder nach Osten zu fahren und in der Nacht ist es noch okay. Außerdem wollen wir bei Las Palmillas, einer Ankerbucht bei der Isla Saona auf keinen Fall im Dunkeln ankommen, da überall Riffe sein sollen.
Der nette Hafenmitarbeiter macht uns unser Despacho fertig, wir zahlen und er meint, dass wir nur bis 18:00 Uhr aus dem Hafen auslaufen dürfen und deshalb um 17:30 Uhr ein Armada.Officer kommt und uns das unterschriebene Despacho gibt. Das passt uns perfekt. Um 17:45 ist immer noch niemand da. Um 17:57 gehen wir wieder zum Hafenbüro. Es ist schon zu. Ernsthaft? Wir spüren einen anderen Mitarbeiter auf, der daraufhin angeregt Telefongespräche führt und uns dann sagt, dass der Officer jetzt auf dem Weg ist. Zum Glück klappt es doch noch. 18:15 Uhr: Der Armada Officer kommt, zeigt uns unser Despacho und sagt, dass wir aber jetzt nicht mehr auslaufen dürfen, weil es schon nach 18:00 Uhr ist. Er würde aber am nächsten Morgen ganz früh mit unserem neuen Despacho, das alte war ja nun nicht mehr gültig, zum Schiff kommen. Leider bringt es nichts solchen Menschen die Meinung zu sagen, die ja anscheinend auch keine Ahnung von Segeln und Wind haben. Wir versuchen noch ihm die Wichtigkeit zu erklären aber er verspricht nur, morgen ganz früh, das macht ja keinen Unterschied.
Am Nächsten Morgen ist um 10:30 Uhr immer noch niemand da und der Hafenmeister fragt aufgeregt, wer nun die Nacht bezahlt. Wir bestimmt nicht. Viel zu spät machen wir uns dann um 11:30 Uhr auf den Weg. Es wird eine 67,5 Meilen Motorkreuz mit dem Wind direkt von vorne. Gerade genug Wind um sehr hohe Wellen mitzubringen, die uns das Vorankommen sehr schwer machen. Um 3 Uhr Nachts, fast noch hell, fällt der Anker weit außerhalb der Riffe, an einem sehr ungeschützten Ankerplatz, aber da kann man nichts machen.









Nun haben wir aber 3 entspannte Tage vor der Isla Saona, die eine tolle Ankerbucht und einen sehr schönen Strand hat. Dort lassen wir es uns gutgehen mit Pancakefrühstück, viel Baden und Besuchen auf der Insel. Eine Dreiviertelstunde Fußweg von der Bucht entfernt, liegt ein kleiner Ort, der hauptsächlich aus kleinen Hütten am Strand besteht. In der allerletzten treffen wir Alicia wieder. Sie war mit uns vor einiger Zeit von Martinique mit nach Dominica gesegelt und arbeitet nun hier in einem kleinen Restaurant, was von einem Polen geleitet wird. Dieser macht uns hervorragende, sehr frische Cocktails. Ein toller Ort! Auf dem Rückweg klettern Jonas und Jesper auf eine Palme und pflücken uns zwei Kokosnüsse. Das war ein sehr Schöner Tag.




































Leider ist in der Dom Rep nach der Motorkreuz vor der Motorkreuz. Wir müssen wir um die Ecke nach Cap Cana, an der Ostküste. Vor dieser Ecke sind sogar in der Seekarte Wellen eingezeichnet, weil das Wasser dort von mehreren Tausend Metern auf unter 50 Metern aufläuft. Und so ist das als wir da lang fahren auch. Der Klüverbaum dippt in jede Welle und wir werden trotz hoher Drehzahl auf 2 Knoten runtergebremst, als wir am Morgen um 6:00 Uhr im ersten Licht den Anker lichten. Zum Glück fahren wir diesen direkten Ostkurs nur kurz und können dann abfallen und segeln nun hoch am Wind, immer noch mit Motorunterstützung, Richtung Norden. Abends erreichen wir die Marina Cap Cana und werden wie zuvor sehr freundlich und freudig begrüßt. Wir liegen einige Boxen neben unserem ehemaligen Liegeplatz. Mit uns dort liegen eine Norwegische Mädelscrew, die wir schon auf den Cap Verden getroffen haben, eine junge Dänische Crew auf dem Weg nach Panama und ein Ehepaar aus Eckernförde. Es ist eine gute Stimmung, obwohl es sich um den hochgestochenen, aber komplett leeren Luxuscompound handelt. Hier haben wir nun ein paar Tage und wollen ein Auto mieten um nach Las Terrenas zu fahren. Ein Ort an der Nordküste, wo man angeblich sehr gut Salsa Tanzen kann. Mal wieder wird die Personenanzahl ignoriert und das „große Mietauto für 6 Personen“ hat nur 5 Sitze.
Bevor wir die lange Fahrt in den Norden machen, erkunden wir noch ein wenig die Gegend rund um Cap Cana und fahren nach Boca de Yuma. Ein süßer kleiner Ort mit einer sehr schönen Küstenlinie und einer riesigen imposanten Höhle direkt daneben. Spannender Ausflug!




























Dann geht es früh los. 4 Stunden Fahrt, auf denen man aber sehr viel vom Innenland sieht. Nachmittags kommen wir in unserem Airbnb an und erstmal wird die Klimaanlage, die Sofas und die Waschmaschine genossen. Später hängt der ganze Wohnbereich voll mit Wäsche. Zum Glück hatten wir an die Leine gedacht.
In den Ort sind es etwa 30 Gehminuten. Also machen wir uns Ausgehfein und schlendern die Straße entlang Richtung Meer. Auf dem Weg kommen wir an einer Bar vorbei, in der nur Frauen sitzen. Wir fragen ob wir mit Ihnen ein Bier trinken können und bekommen sogar noch einen Teller Bruschetta aufs Haus. Was für ein schöner Ort!! Gestärkt geht es weiter. Die Bar, die wohl DIE Bar sein soll scheint eher wie eine Hotelbar, in der mittelalte weiße Frauen mit offensichtlich bezahlten jungen Dominikanern tanzen. Die Stimmung ist so mittel. Also beschließen wir nach einem sehr guten Essen in einer kleinen Strandhütte nochmal weiter zu gucken und laufen weiter in die Stadt rein. Wir suchen nach einer Bar mit Musik und Menschen. Das ist garnicht so einfach. Irgendwann enden wir in einer Minimarkt-Bar wie wir sie schon aus Boca Chica kannten. Hier wird sogar von 2 Leuten zwischen den Regalen Salsa getanzt. Hier fühlen wir uns sehr wohl und gehen erst wieder, als eine andere Gruppe junger Leute fragt, ob wir mit Ihnen zu einer Tanzbar gehen wollen. Stellt sich raus, es ist DIE Bar, in der es aber nun anders zugeht. Viele Menschen, ein DJ, eine volle Tanzfläche mit viel Salsa. Die ganzen schwingenden Hüften schüchtern unsere deutschen Hüften ein wenig ein und wir beschließen erstmal einen Mojito im sitzen zu trinken und dann mit neuem Mut ein paar Schritte zu wagen. Leider schwingt die Musik dann sehr schnell in herkömmliche Party/ Diskomusik. Aber das ist für uns okay, da kennen wir uns eh besser mit aus. Dieser schöne Abend endet am Strand, bevor wir völlig erschöpft in unser seit langem mal wieder normales, großes Bett mit dicker Matratze fallen. Am nächsten Morgen ärgern wir uns fast, dass wir nicht mehr Zeit auf diesen gemütlichen Matratzen verbracht haben. Aber wir müssen auschecken und wollen in Las Terrenas noch etwas frühstücken bevor wir wieder zurück zum Schiff fahren.










Die letzten Stunden mit Mietwagen nutzen wir um noch einmal einen Großeinkauf zu machen. Als nächstes wollen wir in das Naturschutzgebiet Bahia Samana, wo die Einkaufsmöglichkeiten sich wohl in Grenzen halten.
Mit vollem Schiff und auch der Nase voll vom leeren Resort sind wir bereit für die Nachtsegelei nach Samana. Die Wachen werden ausgekniffeln und los gehts. Kurz nach dem Losfahren spannt auf einmal der Bissanzeiger und ein Riesenbarrakuda hängt an der Angel. Der Wind ist gut und wir können nach einigen Stunden hoch am Wind abfallen und laufen am Ende sogar vor Wind in die riesige Bucht und zuletzt in die Marina „Puerto de Bahia“ ein.







Unser junge Captain macht Eindruck mit einem millimeter-genauen Anlegemanöver. Die Jugendcrew hat sich in den zwei Wochen als sehr fähig und kompetent erwiesen. Trotzdem freuen wir uns natürlich, dass am nächsten Tag Ole wieder aufs Schiff kommt und wir wieder komplett sind.
Zusammen erkunden wir den Ort Samana und machen uns dann nach einigen Tagen in der Marina auf den Weg ins richtige Naturschutzgebiet. Die Ankerbucht im Süden der großen Bucht bietet geschützte Ankerplätze zwischen Riesenfelsen, Mangroven und vereinzelten Stränden. Das ist wirklich traumhaft schön! Mit dem Schlauchboot erkunden wir die kleinen Flussarme, die zwischen den Mangroven und Lianen weiter ins Land führen. Auch hier sind sehr beeindruckende Höhlen und Gruften.
















































Nach zwei schönen friedlichen Nächten in der Ankerbucht müssen wir aber leider schon weiter nach Puerto Plata. Von hier müssen die BerlinerInnen leider abreisen. Also segeln wir in einem Schwung, oder einer Nacht, an fast der ganzen Nordküste entlang nach Puerto Plata, in die Ocean World Marina. Die Segelei ist sehr schön und friedlich. Der Wind reicht bis fast vorm Ziel um ohne Motor durch die Nacht zu fahren. Bis zur Ocean World Marina, die leider gleichzeitig auch ein Riesenresort und sogar ein Delfinarium ist… Vom Schiff aus kann man Seehunde Handstand machen und Delfine sich durch die Luft drehen sehen. Komisch, die Tiere, die wir bis jetzt im Meer gesehen haben, haben sowas nicht gemacht…







Herrliche vier Wochen mit Mailies, Elli und Jonas gehen zu Ende. Nun noch einige Tage hier bis Paula kommt und dann geht es auf zu den Bahamas…

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