15. Mai 2023 – 12:00 Uhr – 1087 nm to go
N 34°38.43′ W 50°44.90′
Guten Morgen in die Runde!
Hört man sich „Da Juchitzer – Live“ von „Hubert von Goisern und die Alpinkatzen“ an (macht mal!), so fragt man sich: Was soll dieses Geschrei?
Stellt man sich dazu eine durch die Abendsonne gleitende Aurora vor, so bekommt das Ganze aber etwas episches.
Fügt man dieser Szenerie eine grinsende, Zigarren paffende Crew hinzu, so überkommt einen ein Gefühl von Feierlichkeit.
Den Grund für diese festliche Stimmung lieferte eine am späten Nachmittag eingetroffene e-mail mit der Zusage von Toms Uni in Aarhus.
Man könnte denken, die Crew ließe sich nun von nichts mehr die Stimmung verhageln, jedoch hagelte es massivst, als Paula kurze Zeit später mit ihrem Kniffelsieg ihre Nachtwache und den Schlaf aller anderen um eine Stunde verkürzte.
So nehmen die Tage ihren Lauf. Morgens durch Annes Brot und nachmittags mit Chiaras Zitronenkuchen gestärkt, schaffen wir es durch den ersten Flautentag.
Der zweite wird durch ein morgendliches Bad, hin und wieder auftauchende Delfine und eine abendlich aufkommende Brise versüßt.
Heute Nacht konnten um halb 4 die Segel wieder gesetzt werden, wodurch das heutige Spiegeleibrot bei raumen 4 Windstärken und 6 Knoten Fahrt genossen werden konnte.
Jetzt aber kommt das Highlight der bisherigen Überfahrt:
Während ich hier auf dem Achterdeck sitze und den Bericht eintippe, lasse ich den Blick über den Ozean schweifen.
Im Augenwinkel vernehme ich abwehendes Wasser und frage mich: Abwehendes Wasser bei 4 Windstärken?
Ich schaue genauer hin und sehe wie eine lange Flosse das Wasser durchtrennt.
Meinem Hinweis an die anderen, Orcas seien im Anmarsch folgen verschiedenste Reaktionen.
Chiara nutzt das Steuerrad nicht mehr zum steuern, sondern nur noch zum Festhalten, um den vor Freude schlackernden Knien entgegenzuwirken.
Ole schmeißt vor Aufregung und Sorge um unser Ruderblatt fast sein Handy über Bord, mit welchem er in den kommenden Minuten fast ausschließlich verwackelte Bilder von Wellen machen wird.
Jesper springt aufgeregt im Kreis herum und holt die Angel aus dem Wasser.
Annecke ist die Ruhe selbst und Paula, die auf den Azoren für ein Jahr in einem Whale-Research-Project (Whale-Watching) gearbeitet hat, kann sowieso nichts mehr erschüttern.
Mit so aufregenden Tagen im Kielwasser, schauen wir trotz wechselhaftem Wetterbericht sehr optimistisch auf die kommende Woche!
Horrido, eure Auroras
P.S.:
Ein schneller Überblick:
Genau eine Woche auf See, genau 700 Meilen Richtung Ziel gutgemacht.
Trotz der Flaute die uns nun doch 1,5 Tage begleitet hat haben wir seit Bermuda 821 Meilen im Kielwasser.
Und die Stimmung ist nach wie vor total stabil.

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